Warum er unser nächster Kanzler wird

Alex R.

Überrascht über die nach wie vor sehr hohen Zugriffszahlen (beide in den Top-Ten) meiner Blog-Beiträge „Das Ende der Volkspartei CDU“ aus Februar 2018 und „Lieber Friedrich Merz, bitte werden Sie CDU Parteivorsitzender“ aus November 2018 habe ich mich aufgrund des Dauerregens entschlossen, noch ein bisschen Öl ins Feuer zu gießen 😉.

Vielleicht wird das dann meine letzte persönliche Meinung über die Kanzlerkandidaten der CDU bis zur Bundestagswahl im kommenden Jahr. Niemand wird mir wiedersprechen, die aktuellen Umfragen lassen keinen anderen Rückschluss zu: der nächste Kanzler kommt (wieder) von der CDU.

Doch wer wird Parteivorsitzender der CDU und damit Kanzler? Wen haben wir?

Die inzwischen häufigeren Forderungen nach einer weiteren Amtszeit von Frau Merkel haben einen einfachen Hintergrund: sie war und ist der Ruhepol unter weltweit gewählten männlichen Egomanen. Aber sie hat nun wiederholt eine weitere Kanzlerschaft abgelehnt. Danke!

Klammern wir auch Herrn Söder aus, der wahrscheinlich nicht das Risiko einer Niederlage eingehen wird, weil einfach zu viele Ministerpräsidenten der CDU keinen ersten Kanzler aus der CSU unterstützen werden.

Es bleiben:

  • Herr Laschet, der am ehesten die Politik seiner Vorgängerin fortsetzen wird. Auch er hat einen vorsichtigen, abwartenden Charakter. Bei ihm werden wir keine Sprünge machen, weder in der Bildung noch der Digitalisierung. Er wird aber den Machos anderer Nationen mit stoischer Ruhe begegnen und vieles als alternativlos aussitzen.
  • Herr Merz, der alles dafür tun wird, die Brücke nach USA wieder zu stärken und auszubauen. Gleichzeitig ist er derjenige, der den größten Mut hat, Reformen zu versuchen. Ob Steuern, Energie, Beamtenturm, Bürokratie – er würde hoffentlich vieles in Frage stellen. Als Parteichef für mich noch immer die erste Wahl.
  • Herr Spahn, der – man muss es ihm lassen – einen sehr guten Job als Gesundheitsminister macht. Hier hilft ihm sein Fleiß und Ehrgeiz. Jedoch fehlt ihm noch Seniorität, Gelassenheit, Erfahrung und Coolness, speziell wenn es um den Umgang mit den Kollegen nicht nur in Europa, sondern auch dem Rest der Welt geht.
  • Herr Röttgen, der den Mut hatte, die Diskussion anzufachen. Der strategische Kopf, Denker, erfahrene Jurist und Politiker, der Niederlagen einsteckte, Konsequenzen zog und dennoch gerne gehört wird. Der leider wenig Freunde in der Partei hat und als verkopft gilt und damit unterschätzt wird. Er verbindet die Vorzüge aller Erstgenannten in seiner Person.

Auch wenn er wahrscheinlich kein ausreichend gutes Netzwerk hat, Sie werden es längst erraten haben: Herr Norbert Röttgen ist mein persönlicher Favorit. Die Kombination aus ihm als Kanzler und Friedrich Merz als Parteivorsitzender könnte Deutschland sowohl innenpolitisch wie außenpolitisch neues Selbstbewusstsein geben und zudem integrativ wirken, was die Kleinstaaterei in Europa angeht.

Neben drei Kindern, dem richtigen Alter und vielen weiteren Argumenten, die für Herrn Röttgen sprechen, ist für mich eines besonders bemerkenswert: er verfügt über einen hohen Intellekt, er bringt Ruhe und Abgeklärtheit, keinen Aktionismus, sondern strategische Abwägungen und Diskussionen in die CDU ein. Und das ist in der heutigen Zeit und umso mehr in Zukunft für unseren Planeten von lebenswichtiger Bedeutung.

Abgelenkt durch Covid-19, Lockdown, Übersterblichkeit, Rezessionsangst und der immer wieder neuen Tweets des US-Präsidenten Trump nutzen nämlich Protagonisten wie Jinping, Putin, Kim, Erdogan oder Bolsonaro die Schwäche Amerikas für ihre eigene Politik. Gar nicht erst mit dabei: Europa! Dabei sind die wahren Krisen, die es zu bekämpfen gilt, der Wertverfall des Geldes (wertloses Papier flutet die Märkte), die unter Hochdruck weiterentwickelten Atomwaffen des Iran und Nordkoreas – gut für diese Länder, dass aktuell zu viele Nebenschauplätze von deren Tun ablenken – auch das „Klima“ ist einfach kaltgestellt, von der neuen zu erwartenden Flüchtlingskrise ganz zu schweigen. Europa fehlt ein strategischer, starker, verbindender und vermittelnder Kopf. Macron braucht Hilfe. Aus Sicht des Headhunters könnte Herr Röttgen genau der passende Kandidat zur richtigen Zeit sein.

Gleichzeitig will ich aber auch eine Lanze für alle Mitbewerber brechen. Ich freue mich sehr auf die Wahl, auch auf Herrn Söder, ebenso Herrn Laschet, Herrn Merz sowie Herrn Spahn. Wir haben die Qual der Wahl, alle wären eine gute Besetzung. Doch sollte sich in der CDU endlich die Vernunft durchsetzen, nämlich dass Deutschland ein Entscheider gut zu Gesicht stünde, dann würde ich mich diebisch auf die Scharmützel zwischen Herrn Söder und Herrn Röttgen freuen – zum Wohle von Deutschland.

Deutschland braucht einen selbstbewussten und weitblickenden Strategen, ebenso einen Macher und, nicht zu vergessen, ein bisschen was von Angela Merkel 😉. Ich bin gespannt ..

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