Industrie 4.0 in der Intralogistik in weiter Ferne!

Andreas U.

Jegliche Innovation und Produktneuerung ist nichts wert, wenn man sich scheut diese einzusetzen. In 2017 begleitete ich mehrere Mandate in der Intralogistik und Automation und war gleichermaßen überrascht, was die Branche, die Maschinenbauer und Technologieunternehmen auf die Beine stellen. Manchmal zielorientiert und strategisch durchdacht, sehr häufig aber sehr zögerlich und zaghaft in der Umsetzung hinsichtlich der möglichen Arbeitserleichterung, Effizienz und Produktivität.

Auf Messen zeigen die Unternehmen voll-automatisierte Warenlager, werben mit Produktivitätssteigerungen und beispielsweise Drohnen, die die Inventur übernehmen. Oder auch Roboter-Technik, die in die laufende Produktion eingreift. In der Realität jedoch arbeiten viele doch nur mit billigen Zeitarbeitskräften, die mit Hand-Scannern Barcodes ablesen.

Am deutlichsten war die Diskrepanz bei einem Marktführer in der Intralogistik, der sowohl Finanzkraft als auch die Reputation hat, den Markt zu revolutionieren oder wenigstens signifikant zu beeinflussen. Ausgerechnet dieses Unternehmen hält an alten Technologien fest und verkauft zugunsten Marge und Schonung der Ressourcen lieber Retrofit oder Standardprojekte. Vielleicht ist die Welt – der Kunde – doch noch nicht bereit für komplexe, ganzheitliche Lösungen!?

Ich frage mich, wenn nicht jetzt, wann dann? Die Konjunktur verläuft nachhaltig positiv, wohin ich höre sind die Auftragsbücher voll, aber dennoch wird das Wachstum mit konventionellen Methoden umgesetzt. Ich finde es beinahe verwerflich, dass die Annäherung und der Einsatz von KI auf sich warten lassen. Stattdessen kämpfen die Unternehmen mit Qualitätsschwankungen, suchen Prozessspezialisten und scheitern vermeintlich an der modernen Industrialisierung. Es könnte so schön sein, sind doch Maschinen, Sensoren und Programme nicht emotional oder in Zweckbündnissen verhaftet sondern könnten sachorientiert ihren Auftrag erfüllen. Wobei vermutlich die Wahrheit in der Mitte liegt. Ich will keinesfalls alle Facharbeiter durch Roboter oder Prozessexperten durch Software ersetzen. Ich denke jedoch, dass das gemeinsame Ziel über der subjektiven oder zwischenmenschlichen Empfindung stehen sollte.

Letztlich ist der größte „Fehler“ der Mensch, er ist Veränderungsscheu und sich häufig selbst im Weg. Er macht zudem Fehler und wird dadurch noch risikoscheuer. Das ist ein Teufelskreis. Akzeptieren Sie kleine Fehler und haben Sie Mut, die verfügbaren Möglichkeiten auch zu nutzen. Setzen Sie auf Ihre eigenen Innovationen, auf Ihre Kreativität und Ihre Kompetenz. Ich bin sicher, die frischen Veränderungen bieten Chancen, haben ebenso neue Arbeitsplätze und junge Märkte sowie Herausforderungen und nicht nur Personalabbau zur Folge.

Viele Grüße,

Ihr Andreas Ungemach

 

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