Generation Z! Daddeln, Party machen: Hauptsache cool!

Jenny N.

Kürzlich habe ich mit einer Kollegin gesprochen. Sie erzählte mir von den „Problemen“ mit ihrem Azubi: „Kannst Du Dir vorstellen, dass er um 23:30 Uhr via WhatsApp über die Vorkommnisse in der Berufsschule berichtet und sich im Krankheitsfall via Sprachnachricht abmeldet?“.

Auf einem Seminar lerne ich, dass die junge Generation auf diese Art zeigt, dass sie dem Ausbilder vertraut. Das Medium WhatsApp wird in der Studie Junge Deutsche 2019 als wichtigstes Medium bezeichnet. Ich muss grinsen, denn wenn Sie der Generation Babyboomer angehören – geprägt durch Einhaltung von Regeln und großem Pflichtbewusstsein – dann schlagen Sie bestimmt jetzt gerade die Hände über dem Kopf zusammen.

Der Geschäftsführung muss allerdings klar sein, dass die Generation Z andere Bedürfnisse hat und der Engpass an Fachkräften gerade in den MINT- Bereichen ein Umdenken erfordert. Denn „olle Kamellen“ wie – „wir haben das schon immer so getan“ – sind wenig attraktiv für unsere „Digital Natives“ die zwischen 1998 – 2016 geboren sind.

Bemerkenswert ist allerdings, daß entgegengesetzt der Erwartung und der vieler „virtueller Freunde“ im privaten Umfeld, die Gen Z bestrebt ist, in Teams mit echter Interaktion und gemeinsamen Projekten im Arbeitskontext zu arbeiten. Neben echten Gesprächen sind ihnen vor allem Sinnhaftigkeit und neue Technologien wichtig. Technologien die ihnen die Arbeit strukturieren und erleichtern, zugleich aber Raum zur Interaktion und Vernetzung geben. Z möchte auf Augenhöhe angesprochen werden und keiner Hierarchie unterliegen. Der Chef sollte vielmehr als Mentor agieren! Ein Unternehmen mit einer ausgeprägten Feedback-Kultur wird präferiert und führt zu einer höheren Produktivität.

Der Faktor Arbeitssicherheit und finanzielle Stabilität rückt im Vergleich zur Vorgängergeneration wieder in den Fokus. Was gerade nicht verwunderlich ist, wenn wir an aktuelle Themen wie Klimakatastrophen, die Null-Zinsphase, das Rentendesaster und Terroranschläge denken. Neben einem unbefristeten Vertrag und einer hohen Vergütung wird das private und berufliche feinsäuberlich getrennt. Denn Z weiß, dass durch die heutigen Möglichkeiten immer und zu jeder Zeit gearbeitet werden kann. Sie drehen die Werte der Arbeit um, denn Arbeit muss zur Familie passen.

Es empfiehlt sich also, feste Arbeitszeiten einzuräumen, die dennoch eigenverantwortlich und frei gestaltet werden können. Das Thema Überstunden deckt sich bei Z nicht mit dem Wunsch nach Freizeit. Hier gelten klare Vereinbarungen auch zum Thema Mehrarbeit. Zudem wird eine „sanfte Karriere“ angestrebt. Das sollte auch in der Formulierung von Stellenanzeigen beachtet werden. Bitte nicht von einem „schnellen Hineinwachsen in eine Führungsaufgabe“ sondern von „Mehrwerten durch anzueignende Qualifikationen“ sprechen. Eine Identifizierung mit seinem Unternehmen ist für diese Generation sehr schwer. Durch das fehlende Commitment mit dem Arbeitgeber steigt die Wechselmotivation. Um einen Z-ler langfristig zu binden ist Kreativität seitens des Vorgesetzten gefragt. Die Zauberwörter hierfür sind: Anpassung an die Bedürfnisse, Einbindung in die Aufgabe, permanente Kommunikation und sanfte Weiterentwicklung.

Zusammengefasst muss ein Umdenken innerhalb der Organisation stattfinden. Wenn es das Unternehmen schafft, einen Schritt, auf die klar kommunizierten Bedürfnisse der Generation Z zuzugehen, dann kann mit einer hohen, kreativen und individuellen Arbeitsleistung gerechnet werden. Ein weiterer Vorteil, der nicht unterschätzt werden darf, ist das Einbringen neuer Impulse und die Kompetenz komplexe Sachverhalte in der Digitalisierung.

In diesem Sinne, viel Erfolg mit der Gen Z ?

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