Roboter vernichten Jobs

Alex R.

Die Obama-Regierung veröffentlichte 2016 einen Bericht auf Whitehouse.gov mit einer sehr düsteren Prognose: Mit 83% Wahrscheinlichkeit, so das Ergebnis, würden Arbeitnehmer, die weniger als $ 20 pro Stunde verdienen, bereits in den kommenden 5 Jahren durch Roboter bzw. die Automatisierung ersetzt. Arbeitnehmer, die unter $ 40 pro Stunde verdienen, würden mit einer Wahrscheinlichkeit von 31% ersetzt.

Aufgrund der Brisanz wurde der Report allerdings bereits kurze Zeit später von der Website gelöscht. In Anbetracht des Wahlerfolgs von Donald Trump muss man davon ausgehen, es könnte noch „schlimmer“ kommen.

Roboter vernichten Jobs, das steht fest

Forscher der Oxford University schätzen, dass 47% der US-Arbeitsplätze in den nächsten zwei Jahrzehnten automatisiert werden. Aber welche Arbeitsplätze werden dies sein?

In Anbetracht der bereits seit vielen Jahren deutlich rückläufigen Zahl der Schicht- und Facharbeiter in kontinuierlichen Fertigungsprozessen lassen Sie uns einmal darüber nachdenken, welche Stellen in den kommenden Jahren zuerst betroffen sein werden:

  1. Das mittlere Management in administrativen FunktionenWenn Ihre Hautaufgabe darin besteht, interne Arbeit zu organisieren, indem Sie Informationen verteilen, Excel-Tabellen aufbereiten, wird es Ihren Job bald nicht mehr geben. Bereiten Sie sich vor, diversifizieren Sie, bilden Sie sich weiter, suchen Sie schnell eine andere, komplexere Aufgabe.
  2. ÄrzteDie Anzahl der Ärzte stagniert, kaum ein Gesundheitsträger baut noch neue Chirurgen oder Assistenzärzte auf. Auch Pflegeberufe werden in Japan bereits durch vom Patienten geliebte Roboter ersetzt. Ratschläge wird in Zukunft eine Maschine geben, mit 95% Wahrscheinlichkeit wird ihre Diagnose richtig sein – Ärzte liegen nur bei knapp 80%. Maschinen werden Standard-Operationen übernehmen, und das ohne das Risiko einer „schlechten Tagesform“. Die übrigen 10% der Ärzte und Forscher allerdings, die Spezialisten, werden zu gefragten und hoch-bezahlten Super-Doktoren.
  3. Einkauf und Verkauf von CommoditiesDazu gehören Rohstoffe, aber auch Anzeigen und Zubehör, also Produkte, die in großen Mengen ohne wirkliches USP gehandelt werden können. Außer natürlich, es sind Bestechung oder Träume mit im Spiel. Auch die Zuteilung von Verfügbarkeit kann diese Stellen erhalten. Für alle anderen gilt, Portale, Plattformen und Auktionen werden diese Jobs übernehmen, die Vermittlung wird durch Angebot und Nachfrage global viel besser und günstiger sein. Ihre einzige Chance liegt in höherwertigen und individuellen Produkten.
  4. Journalisten, Autoren, SchriftstellerBereits heute ist das Sprachverständnis von Maschinen sehr gut. Das gesprochene Wort verbindet sich zunehmend mit dem geschriebenen, Maschinen lernen seit 20 Jahren Dialekte zu verstehen. Auch unterschiedliche Sprache spielt kaum eine Rolle mehr. Wer linguee.de als Übersetzungshilfe verwendet, weiß, wovon ich rede. Maschinen sortieren, korrigieren, übersetzen, von News, über Bewerbungen bis hin zu Forschungsergebnissen. Wenn Sie also noch einen Roman schreiben wollen, starten Sie jetzt, bevor die KIs das kreative Schreiben gelernt haben.
  5. Buchhalter & SteuerberaterDie EDV hat zunächst wohl mehr Arbeitsplätze geschaffen, als sie gekostet hat. Heutige Software für Accounting und Taxes aber macht große Fortschritte. Steuerberater füllen („pflegen“ ein) bereits heute die Daten in spezielle Softwareprogramme zur Analyse und Ergebnisberichterstattung. Dies passiert in Zukunft automatisch. Kreditoren und Forderungen, Bestandskontrolle, Auditing – all dies wird automatisiert. Suchen Sie sich schnell noch eine komplexe Vermögensverwaltung, Wirtschaftsprüfung oder schulen Sie um.

Grämen Sie sich nicht, wenn Sie zu einer der o.g. Zielgruppen gehören. Vielleicht werden Sie zu den 10% gehören, deren Spezialwissen durch Roboter noch viel besser genutzt, optimiert und verbessert werden kann. Aber es bleibt die Erkenntnis, sehr wenige Jobs sind sicher.

Selbstmitleid wäre ein schlechter rat. Der technologische Fortschritt ist weder gut noch schlecht, es gibt ihn. Befreien Sie sich von negativen Gedanken. Inwieweit profitieren Sie bereits seit vielen Jahren davon. Die gute Nachricht ist, dass wir wissen, was kommt. Passen Sie sich an, am besten bevor es Ihre Kollegen tun.

Entwickeln Sie wichtige kognitiven Fähigkeiten, die Maschinen – zumindest in den nächsten 5 Jahren – noch nicht entwickeln können. Antizipieren Sie, welcher Teil Ihrer Arbeit automatisiert werden kann. Passen Sie Ihre Talente und Fähigkeiten an. Machen Sie Technologie zu Ihrem Partner, oder besser, zu Ihrem Werkzeug.

Viel Erfolg!

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