Merkel kandidiert: Pro & Contra der letzten 10 Jahre

Alex R.

Liest man die Leitartikel des Spiegel und der Wirtschaftswoche der vergangenen Woche, so könnte man meinen, die Redakteure hätten sich abgesprochen.

Kritisiert wird die Begründung von Angela Merkel zu ihrer neuen Kandidatur. Gleichsam offenes Erstaunen darüber, dass sie noch einmal kandidiert. Was hat Frau Merkel bewogen, erneut anzutreten. War sie in ihren ersten beiden Legislaturperioden noch außergewöhnlich motiviert und engagiert, so brach doch in der nun fast abgelaufenen dritten Periode ein Scherbenhaufen über ihr und mit ihr zusammen. Es ist ein Rätsel, welchen Beratern die Frau vertraut. Sie will antreten, weil dies vielerorts von ihr gewünscht wurde. Liegt das daran, dass da viele CDU-Abgeordnete um ihr Mandat bangen?!

Wenn ein Geschäftsführer nach 8,3 Jahren oder ein Vorstand nach durchschnittlich 6,2 Jahren sein Pulver verschossen hat, wird er ausgetauscht oder geht freiwillig. Begonnen mit hoher Motivation, viel Engagement und langfristigen Visionen, ist doch vollkommen natürlich, dass die tägliche Routine irgendwann die Oberhand gewinnt. Auch bei Frau Merkel war diese Erosion schon lange deutlich geworden, da hilft es auch nicht, Erfahrung und Netzwerk in die Waagschale zu werfen. Frau Merkel hätte ihrer Partei, ihren Bürgern und ihrem Land ebenso einen großen Gefallen getan. Nun bietet sie dem Populismus auch in Deutschland weiterhin eine große Angriffsfläche.

Wenn ich versuche, das Gute und Positive der letzten 10 Jahre zusammenzufassen, so fallen mir leider viel zu viele negative Entwicklungen ein. Auffällig ist, dass positives kaum mit der politischen Führung in Verbindung steht, die negativen Punkte jedoch fast vollständig.

Pro & Contra der letzten 10 Jahre:

Pro:

  • Mittelstand, viele Familienunternehmen,
  • Stabilität,
  • gute Bildung,
  • Steuer (stabil),
  • Härte ggü Russland,
  • internationales Ansehen (bei Intellektuellen),
  • niedrige Zinsen,
  • niedrig bewerteter Euro (durch EZB) = gute Exportchancen,
  • höhere Weltoffenheit und Selbstbewusstsein,
  • noch funktionierendes Sozialmodell.

Contra:

  • Meinungsfreiheit und Demokratie eingeschränkt,
  • einseitige Medien (Zitat Zeit Chefred.: Journalisten sind Lehrerkinder,
  • weltfremde Politik ohne Kontakt zur Realität,
  • Filz Unternehmen (Seilschaften),
  • Filz Politik (Schutz Parteimitglied: Edathy, Beck, usw),
  • Bildung (Schulen, Lehrermangel, Lehrqualität),
  • Beamtensystem (niedrige Arbeitslosenquote, Beamter klagt auf Arbeit),
  • Flüchtlinge/Asyl (unkontrolliert),
  • Rente (Rückabwicklung der Regierung Schröder),
  • Umverteilungsdiskussion (Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer),
  • Steuerkomplexität steigend,
  • Energiepolitik (vertreibt Produktion),
  • Ideologie Religion (kein Patriotismus erlaubt: kein Schweinefleich im Kindergarten, Weihnachten heisst Winterfest, St.Martin Lichterfest),
  • Rechtsstaatlichkeit Auslegungssache (No-Bailout-Klausel, Dublin-Abkommen etc.),
  • Staatsfinanzierung über Notenpresse,
  • Keine Zinsen, dafür Inflation,
  • Subventionen für Griechenland und Banken, aber
  • kein Geld für Familien, Arme, Rentner, etc.
  • Sicherheit fragiler (Delikte und Terror steigen),
  • planlose Flüchtlingspolitik.

Ergänzen Sie gerne einmal persönliche Punkte, bleiben Sie aber dennoch optimistisch, denken Sie positiv.

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