Gutes Produkt aber keinen Plan – strategischer Geschäftsführer gesucht!

Andreas U.

Vorab sei gesagt: Im Rekrutierungsprozess gibt es keine optimale Jobbörse, keine Parade-Ansprache, nicht den perfekten Mitarbeiter und leider kein Standardverfahren zum Erfolg.

Ein Telefonat, bei dem ich einfach nur den Kopf schütteln konnte:

Die Ausgangsituation ist, dass ein Unternehmen seit Wochen eine wichtige Lücke zu schließen hat, es aber nicht schafft und schon wieder einen potenziellen Kandidaten wie ein Segelboot am Horizont verschwinden sah. Zurück bleibt bestenfalls ein: Warum? – oder sie stellen sich gar nicht erst in Frage. Zu allem Übel kam auch noch Unwissenheit und Größenwahn hinzu – auf die Meinung des Beirats legte man keinen Wert, die Einwände der Fachbereiche und die Bedürfnisse der Geschäftseinheiten wurden konsequent ignoriert und der externe Berater wurde gleichermaßen nicht gefragt.

Stattdessen schaut man in die schwarzen Büchlein, checkt Berufsnetzwerke und recherchiert sich im Internet die Finger wund. Es bedarf aber mehr als einer guten Recherche und drei oder vier persönliche Kontakte, gewonnen werden müssen die Auserwählten auch noch. Es scheint die Headhunter werden trotz aller Aufklärung nicht überflüssig – im Gegenteil. Ich bin gerne der Flüsterer im Hintergrund, gebe Hinweise und freue mich über das erstaunte Gesicht, wenn die Taktik funktioniert. Es ist immer der Faktor Mensch, der maßgeblich über den Erfolg entscheidet.

Wenn man verschiedene Aspekte berücksichtigt, kann man seine Chancen deutlich erhöhen, den Kandidaten zu gewinnen, der nicht nur die entscheidenden Ideen sondern auch die notwendigen Macherqualitäten im Gepäck hat. Ich sage es ungern, aber gehen Sie wieder auf die Menschen zu und trauen Sie sich, nicht perfekt zu sein. Das heißt nicht, dass ich zum schludern anstifte.

Eine authentische Kommunikation ist leicht und doch irgendwie unendlich schwer. Fangen Sie an und nehmen Sie Abstand von Antworten, die Sie glauben hören zu wollen. Stattdessen hören Sie lieber aufmerksam zu und nehmen Sie auf, was der Bewerber wirklich zu sagen hat, sonst verpassen Sie aufgrund des Wunsches nach Vergleichbarkeit womöglich den potenziellen Kandidaten. In den meisten Fällen ist es doch ohnehin eine subjektive Entscheidung, warum also nicht mal mutig seine Erfahrungen austauschen und miteinander lachen.

Wie gewinnen Sie also den dringend benötigten Strategen und was muss getan werden, damit er bleibt? Die zentrale Frage ist aus meiner Sicht ganz leicht zu beantworten, wenngleich die Umsetzung deutlich komplexer ist. Meine Antwort ist die Wertschätzung und eine Schippe Respekt, der häufigste Grund neben fehlenden Perspektiven, die einen Manager gehen lassen bzw. ihn zu einem Wechsel motivieren.

Mein Tipp: Ich halte mich an die aus der Mode gekommene Transparenz und Ehrlichkeit und fahre ziemlich gut damit – und der Energieverbrauch ist oftmals geringer.

In diesem Sinne bis bald, Ihr

Andreas Ungemach

 

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