Bewerbungscheck in 5 Minuten?

Lena Nachtnebel

Es ist allseits bekannt, dass die Qualität der Personalauswahl für Unternehmen von großer Bedeutung ist. Qualifizierte, hochmotivierte Mitarbeiter steigern den Unternehmenserfolg.

Fehlgriffe können in vielerlei Hinsicht kostspielig und unangenehm werden, denkt man alleine an den vergeblichen materiellen Aufwand für die Suche und Einarbeitung, die Mehrbelastung für Kollegen und Vorgesetzte, aber vor allem an die Ausfälle und die zeit- und kostenaufwendigen Bemühungen einer Neubesetzung.

Daher überrascht es sehr, dass laut der Studie Job Trends 2017 von Staufenbiel und Kienbaum nicht viel Zeit für den ersten Bewerbungscheck bleibt. 40 Prozent der Personalentscheider investieren nur 5 Minuten oder weniger um die Eignung des Bewerbers zu prüfen. 47 Prozent wenden zwischen 6 und 15 Minuten für die erste Prüfung der Unterlagen auf. Erfreulich dabei ist zumindest, dass der persönliche Blick entscheidet und nur 3 Prozent der befragten Unternehmen eine Software für die erste Bewerberauswahl einsetzen.

Doch was können Bewerber tun, um aufzufallen und nicht gleich durchs Raster zu fallen? Hilft etwa eine besonders kreative Bewerbung? Die Studie beantwortet die Frage mit einem klaren Nein! Bei Personalern schlagen Übersichtlichkeit und Struktur mit 87 % ein kreatives Design mit nur 16% um Längen. Auch wenn häufig behauptet wird, das Anschreiben sei das Herzstück einer Bewerbung, so betrachten die HR’ler in 75 Prozent der Fälle zuerst den Lebenslauf um schneller einen Überblick über die Qualifikationen und die Eignung zu erhalten.

Auch das Foto spielt eine größere Rolle als man im ersten Moment erwartet, denkt man beispielsweise an die Diskussionen über anonyme Bewerbungsformate. Nur jeder zehnte Personaler bevorzugt eine Bewerbung ohne Lichtbild. Für 82 % der Befragten vervollständigt das Foto die Bewerbung und für 9 Prozent kann es sogar ausschlaggebend für die spätere Entscheidung sein. Überraschend in diesem Zusammenhang, gerade einmal 3 Prozent der Befragten checken die Facebook-Profile der Bewerber, 6 Prozent googeln den Namen des Bewerbers. Jedoch hat in knapp 12 Prozent der Fälle ein Bewerbercheck im Netz dafür gesorgt, dass sich ein Unternehmen gegen einen Kandidaten entschieden hat.

Auch wenn Personaler bei der Besetzung einer Stelle viel durchgehen lassen, sind neben fehlerhafter Rechtschreibung auch falsche Ansprechpartner, unerklärte Lücken im CV und ein fehlendes individuelles Anschreiben Gründe um eine Bewerbung auszusortieren. Zusammengefasst sollten Bewerber also besonderes Augenmerk auf Struktur, Inhalt und Foto der Unterlagen legen und diese sorgfältig und individuell ausarbeiten, um es den Personalentscheidern leicht zu machen und echtes Interesse zu generieren. Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg!

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